CF und Studium während Covid-19 Lockerungen

CF und Studium während Covid-19 Lockerungen

CF und Studium während Covid-19 Lockerungen

 

Der Beginn eines Studiums ist für viele CF-Betroffene ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Unabhängigkeit. Besonders während Covid-19 ist ein unterstützendes Umfeld und die Beziehung zu wichtigen Kontaktpersonen auf der Uni von entscheidender Bedeutung, um eine positive Erfahrung gewährleisten zu können. Für Menschen mit CF können ein paar zusätzliche Schritte den Übergang zum Studium erleichtern.

 

 

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Angst vor Ausgrenzung durch Husten

 

Ein Problem, das von Menschen ohne CF gelegentlich missverstanden wird: der Husten. CF-Patientinnen und -Patienten leiden häufig unter chronischem Husten, denn in den Atemwegen sammelt sich zäher Schleim, der nur durch das Husten aus der Lunge herausbefördert werden kann. Dieser Vorgang ist wichtig, um die Atemwege zu befreien und das Atmen zu erleichtern. Manche erleben das häufige Husten und Naseputzen jedoch als unangenehm im Hörsaal und haben Angst bei zusätzlicher Maskenpflicht aufzufallen oder missverstanden zu werden. Zudem kann das Tragen einer Maske während mehrerer Stunden im Hörsaal anstrengend sein. 
 

Studentin die Maske trägt

 

Daher ist es wichtig, zu entscheiden, ob Lehrkraft und Studierende über die Erkrankung der betroffenen Person informiert werden sollen, denn besonders während Covid-19 ist es wichtig zu wissen, dass ein Student oder eine Studentin mit CF einen aktiven Husten haben kann, ohne einen Virus zu tragen. Einige CF-Betroffene und deren Eltern möchten über die Erkrankung informieren, während andere Privatsphäre bevorzugen. Gegebenenfalls kann eine Aufklärung von Vorteil sein und dazu führen, dass der Husten im Klassenraum weniger Aufmerksamkeit auf sich zieht und die betroffene Person uneingeschränkt den Klassenraum verlassen kann, um sich auszuhusten. Zudem können mit der Lehrkraft auch spezielle Handzeichen ausgemacht werden, um die Privatsphäre zu wahren. 

 

 

Ein Termin mit der Studienleitung

 

Ob zum Studienbeginn oder zur Rückkehr zur Universität, informieren Sie sich bei einem Termin mit der Studienleitung über mögliche Unterstützungen durch die Universität.

 

Beispiele für angemessene Änderungen im Hochschulbereich sind:

 

  • Zusätzliche Zeit für die Bearbeitung von Aufgaben, Projekten oder Tests, da Studentinnen und Studenten mit CF oft aufgrund chronischer Infektionen, schlechter Lungenfunktion oder frühen Aufstehens für morgendliche Atemwegsbehandlungen, ermüden können.
  • Uneingeschränkter Zugang zu Toiletten (ggbfs. eine private Toilette) bei Hustenanfällen oder Verdauungsproblemen.
  • Befreiung von (digitaler oder örtlicher) Anwesenheitspflicht, da CF-Patientinnen und -Patienten von Magenschmerzen, extremer Müdigkeit, IV-Therapien oder Krankenhausaufenthalten betroffen sein können.
  • Ein Buddy-System, so dass CF-Patientinnen und -Patienten bei krankheitsbedingter Abwesenheit Aufgaben, Vorlesungsnotizen und Audioaufzeichnungen weitergeben bekommen. 
  • Individuelle Planung von Kursen rund um die Behandlungszeiten.
  • Bereitstellung von Parkplätzen auf dem Campus.

 

 

Eine ärztliche Ansprechperson vor Ort

 

Drei Studenten die miteinander reden

Nach einer langen Periode digitaler Vorlesungen, bieten viele Universitäten nun wieder die Möglichkeit vor Ort zu studieren. Viele möchten wieder zurück an die Uni und einen normalen Studienablauf erleben. Ob eine hybride Gestaltung des Studiums gesundheitlich möglich ist, muss mit dem eigenen CF-Team besprochen und gründlich abgewogen werden. 

 

"Cystische Fibrose, insbesondere im Zusammenhang mit sonstigen Erkrankungen, wie Allergien oder Diabetes, erfordert besondere Aufmerksamkeit."


 

Informieren Sie daher die Studentenvertretung und Professoren Ihres Jahrgangs, wann Sie zu Vorlesungen vor Ort erscheinen möchten und stellen Sie ihnen notwendige Informationen im Falle einer Notfallsituation zur Verfügung. Zudem sollten CF-Betroffene mit dem Leiter des Gesundheitszentrums für Studentinnen und Studenten einen Termin online vereinbaren und ihre direkte ärztliche Ansprechperson kontaktieren (vorzugsweise jemand, der sich mit CF auskennt).

 

 

Ideal vorbereitet für den Uni-Tag


Zu einer guten Vorbereitung für den ersten Tag vor Ort zählt ein Ordner, den Sie mitnehmen können und der Kopien der folgenden Punkte enthält:

 

  • Eine vollständige Liste der Medikamente einschließlich ihrer Dosierung und Häufigkeit
  • Kontaktinformationen zur Versicherung und Kopien der Krankenversicherungskarten
  • Namen und Kontaktinformationen aller Ärzte und Krankenschwestern, die mit CF zu tun haben (dies erleichtert es Ärzten, Testergebnisse zu mailen)
  • Außerdem ist ein Gebäudeplan für einen Überblick der Toiletten, Zugängen zu frischer Luft und Wegen zu wichtigen Kontaktpersonen hilfreich. Eine Snack-Box, genügend Wasser und Desinfektionsmittel sowie ausreichend Papiertücher dürfen natürlich nicht fehlen. Zudem sollten Inhalator, Medikamente und gegebenenfalls Glukosemessung und Insulin in Ihrem Rucksack leicht auffindbar sein.   

 

 

Hybride oder digitale Vorlesungen?
 

Laut Dr. Saskia Gruber, stellvertretende Leiterin der CF-Ambulanz an der Universitätsklinik für Kinder und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien, ist die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus für CF-Patienten und -Patientinnen nicht höher als in der Allgemeinbevölkerung.1

 

"Für CF-Betroffene und ihre Familien ist seit vielen Jahren Routine, was die Allgemeinheit in den letzten Jahren erst lernen musste."

 


 

Frau die auf der Couch vor einem Laptop sitzt

Hände waschen, Hygieneregeln beachten, Masken tragen, Abstand halten und bei Infekten zu Hause bleiben. Diese Maßnahmen verringern für uns alle, und daher auch für Personen mit CF, die Ansteckungsgefahr. Allerdings ist die Notwendigkeit für einen Krankenhausaufenthalt, wenn CF-Betroffene an COVID-19 erkranken, statistisch gesehen etwas höher als in der Normalbevölkerung. Schwere Verläufe, die intensivmedizinische Betreuung erfordern, sind allerdings auch bei CF-Patienten und -Patientinnen sehr selten und betreffen vor allem jene mit sehr schweren Lungenfunktionseinschränkungen. Deshalb wird CF-Betroffenen empfohlen, Vorlesungen weiterhin digital zu verfolgen oder, falls möglich, sogar hybrid.

 

 

Freizeit-Aktivitäten mit Kollegen

 

Der Kontakt mit Gleichaltrigen ist für eine gesunde Entwicklung und das seelische Wohlbefinden wichtig. Er muss und darf längerfristig nicht komplett gemieden werden. Mit Freunden im Gespräch bleiben, Gruppenvideos nutzen, gemeinsam online lernen oder auch ein Treffen entsprechend den geltenden Richtlinien, idealerweise im Freien, sind jedenfalls zu empfehlen.


 

    1. CF Source Magazin Ausgabe 4, S 8

    Bitte geben Sie die Chargen-Nummer Ihres Medikaments ein.

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