Mentale Gesundheit im Teenager-Alter bei CF

Pubertät mit CF 
 

Auch gesunde Heranwachsende haben während der Pubertät mit manchmal beträchtlichen biologischen, geistigen sowie psychosozialen Veränderungen zu kämpfen. Eine chronische Krankheit wie CF (cystische Fibrose, Mukoviszidose) kann diese Lebensphase zusätzlich erschweren.1

Im Laufe der Pubertät kommt es bei CF-Betroffenen dazu, dass das Bewusstsein über die Erkrankung stetig wächst. Aus diesem Grund führen sich Jugendliche in dieser Zeit die mit der Krankheit verbundenen Einschränkungen und Therapien häufiger als zuvor vor Augen.2

Herausforderungen Ankerlink Adhaerenz Ankerlink Depressionen Ankerlink
Gruppenzugehörigkeit Ankerlink Mentale Gesundheit Ankerlink
Jugendliche beim Psychologen

Herausforderungen in den Jugendjahren

 

Die Fortschritte neuer CF-Behandlungsmethoden haben eine wesentliche Erhöhung des Überlebensalters und eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens von CF-Betroffenen geschaffen. Dennoch bleibt die tägliche Routine der CF-Therapie weiterhin zeitintensiv und komplex, weshalb die so wichtige Therapietreue vor allem in schwierigeren Lebensphasen wie der Pubertät abnehmen kann.3

Herausforderungen hierbei können u. a. Alltagsschwierigkeiten beim Zeitmanagement, ein geringeres Engagement seitens der Eltern oder auch die sinkende Wahrnehmung der betroffenen Jugendlichen zur Notwendigkeit der CF-Behandlungen sein.3

Adhärenz auch abhängig von mentalem Gesundheitszustand

 

Da eine strikte Einhaltung des Therapieplans bei CF wesentlich ist und diese in schwierigeren Phasen wie der Pubertät öfters vernachlässigt wird, ist es wichtig, sich als Elternteil darauf vorzubereiten und auch für Anpassungen im Therapiealltag offen zu sein.2 Beispielsweise ist es ratsam, die betroffenen Jugendlichen dabei zu unterstützen, dass sie mit dem Erwachsenwerden auch immer aktiver und selbstständiger in die Erstellung ihres Therapieplans eingebunden werden.2

Auf diese Weise wird das Gefühl der Kontrolle über die eigene Therapie gestärkt. CF-Betroffene sollen mit fortschreitendem Alter lernen, selbstbestimmter zu denken, indem ihnen mehr Verantwortung übertragen wird.2 Auch das Bedürfnis nach Unabhängigkeit, das oft mit der notwendigen CF-Therapie kollidiert, wird dadurch etwas besser befriedigt.4

Generell ist eine gute Vorbereitung auf die Phase der Transition und die Förderung der Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit bei jugendlichen CF-Betroffenen sehr wichtig. Gleichzeitig muss den jungen Menschen die Wichtigkeit der Einhaltung der laufenden Therapie klar vor Augen geführt werden. Denn auch wenn die modernen Behandlungsmethoden zu einer Steigerung des körperlichen Wohlbefindens beigetragen haben, darf die Therapie nicht abgebrochen werden.

Jugendliche schreibt
Hände, die sich beruehren

Depressionen

 

Jugendliche mit CF sind allgemein anfälliger für Depressionen.5 Diese können unter anderem durch die zeitliche Intensität der täglichen Behandlungen, durch Nebenwirkungen von Medikamenten oder durch CF-Symptome hervorgerufen werden.5 Ein regelmäßiger Kontakt sowie Abstimmungen mit der Psychologin oder dem Psychologen des CF-Behandlungsteams sind daher besonders ratsam, um eine mögliche Depression früh genug erkennen zu können.6

Wunsch nach Gruppenzugehörigkeit kann zu psychischen Problemen und Nichteinhaltung der Therapie führen

 

Mit der emotionalen Entwicklung in der Pubertät geht auch gleichzeitig das verstärkte Bedürfnis einher, Teil einer sozialen Gruppe zu sein.5 In diesem Alter empfinden Jugendliche den Kontakt zu gleichaltrigen Freundinnen und Freunden sowie die intensive Pflege dieser Beziehungen als äußerst wichtig.5 So steigt der Wunsch nach Zugehörigkeit und man tendiert dazu, sich entsprechend anzupassen.5

Häufige CF-Krankenhausaufenthalte führen aber dazu, dass sozial bedeutsame Ereignisse (Dates, Partys, Konzerte, Sportevents etc.) oft verpasst werden.5 Im Gegensatz zu gesunden Jugendlichen fällt CF-Betroffenen daher vor allem dieser Lebensabschnitt schwerer und ihre Psyche ist belasteter, da ihr Alltag aufgrund der Erkrankung anders abläuft als der ihrer Altersgenossen.5

Zu beachten ist auch, dass Jugendliche mit CF durch die Krankheit und die zeitaufwendige Therapie von ihren Eltern abhängiger sind als gesunde Teenager.7 Dies kann zu einer Ablehnung der Eltern und auch der behandelnden medizinischen Fachpersonen führen.7 Hinzu kommt, dass man sich in dieser Phase der psychischen Entwicklung der eigenen durch die Krankheit eingeschränkten Lebenserwartung deutlicher bewusst wird, was zur Verleugnung der Krankheit und Problemen mit der Einhaltung der Therapie führen kann.7

Gruppe von Teenagern
Jugendliche beim Gespraech

Mentale Gesundheit und den Austausch mit anderen Betroffenen fördern

 

Neben psychischen Störungen wie Depressionen ist es ratsam, sich früh genug auch über etwaige andere seelische Erkrankungen zu informieren.5 Denn auch Angstzustände oder Schlafmangel können Herausforderungen bei CF-Betroffenen in der Pubertät sein, gegen die man präventiv gegensteuern kann.5

Um psychischem Leiden entgegenzuwirken, ist auch die Schaffung eines regulären Austausches unter gleichaltrigen CF-Betroffenen wichtig.1 Indem mit Gleichgesinnten offen über persönliche Anliegen und Sorgen gesprochen werden kann, wird das Gefühl von Gemeinschaft gestärkt, und CF-Jugendliche fühlen sich (noch) besser in ihrer Situation gehört und verstanden.1

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Therapietreue

Eine disziplinierte Einhaltung des CF-Therapieplans sollte auch während der Pubertät unbedingt weitergeführt werden.

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Unterstützung der Eltern

Mit zunehmendem Alter steigt der Wunsch nach Selbstbestimmtheit. Eltern sollten dies während der Pubertät berücksichtigen und ihren heranreifenden Kindern mehr Verantwortung bei der eigenen CF-Therapie übertragen.

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Austausch mit dem CF Behandlungsteam

Neben der Familie oder anderen CF-Jugendlichen sollte während der Pubertät ein regelmäßiger Austausch mit der Psychologin oder dem Psychologen des CF-Behandlungsteams stattfinden. Dies ist wichtig, um psychische Probleme rechtzeitig zu erkennen und bei Bedarf früh genug aktiv gegensteuern zu können.

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